PSG schlägt Barcelona 4:2: Europäische Schwergewichte liefern einen Klassiker, Hansi Flicks Team kassiert die erste Saisonniederlage

Paris Saint-Germain hat dem FC Barcelona in der Champions League die erste Saisonniederlage zugefügt. Der Titelverteidiger gewann ein Spektakel im Parc des Princes mit 4:2.

In einer Partie mit insgesamt 40 Torschüssen überspielte der amtierende Europapokalsieger die Gäste und lieferte einen Anwärter auf das Spiel der Saison.

Beide Teams schlugen sich Tor um Tor. Désiré Doué und Lucas Hernandez per Kopf brachten PSG jeweils in Führung. Nachwuchsspieler Xavi Espart und der unermüdliche Lamine Yamal glichen jeweils aus.

Kurz nachdem Barcelonas Nummer 10 zum zweiten Mal ausgeglichen hatte, stellte Vitinha die Führung für PSG wieder her. Barcelona gingen die Kräfte aus. Fünf Minuten später staubte Fabian Ruiz zum Endstand ab. Das Team von Hansi Flick verlor damit zum ersten Mal in dieser Saison nach 12 Spielen.

Verletzungen trüben den Abend

Der Abend hatte auch bittere Momente. Ballon d’Or Gewinner Ousmane Dembélé musste in den ersten 20 Minuten mit einer vermuteten Oberschenkelverletzung raus. Khvicha Kvaratskhelia wurde in der zweiten Halbzeit nach einem Schlag vom Platz gestützt.

Auch Dani Olmo musste bei Barcelona in der ersten Halbzeit ausgewechselt werden. Die Katalanen kämpfen bereits mit einer Verletztenmisere. Für den Tabellenführer der LaLiga ist es ein weiterer Rückschlag vor dem ersten Clásico der Saison, der am Sonntag bei Real Madrid ansteht.

Die Schlüsselmomente im Parc des Princes

  • 2. Minute: Kvaratskhelia trifft in weniger als 120 Sekunden den Pfosten.
  • 19. Minute: Dembélé verlässt das Feld mit einer vermuteten Oberschenkelverletzung.
  • 38. Minute: Doué bringt PSG nach einem Fehler von Lamine Yamal in Führung.
  • 55. Minute: Espart bestraft PSG und gleicht aus.
  • 59. Minute: Kvaratskhelia wird zur Stunde vom Platz gestützt.
  • 71. Minute: Torres scheitert aus kurzer Distanz erneut am Pfosten.
  • 72. Minute: Hernandez stellt per Kopf nach einem Standard die PSG Führung wieder her.
  • 79. Minute: Lamine Yamal schiesst Barcelona aus spitzem Winkel zum Ausgleich.
  • 81. Minute: Vitinha antwortet postwendend aus der Distanz.
  • 86. Minute: Ruiz macht den Sack zu, während Barcelona die Luft ausgeht.

Gordon: «Wir müssen versuchen, PSG zu werden»

Barcelonas Stürmer Anthony Gordon zeigte sich nach der Partie selbstkritisch: «Es war ziemlich vorhersehbar, dass es ein torreiches Spiel und ein gutes Spektakel für die Zuschauer wird. Ich hatte gehofft, dass wir am Ende auf der richtigen Seite stehen. Leider war das nicht der Fall.»

«Sie haben es verdient. Sie waren das bessere Team und hatten die besseren Momente mit echter Qualität. Athletisch konnten sie Druck und Intensität länger aufrechterhalten als wir. Sie sind seit zwei Jahren das Team, das es zu schlagen gilt, und heute haben sie eindrücklich gezeigt, warum.»

«Wir können viel Positives mitnehmen, weil wir gut gespielt haben. Es war ein umkämpftes Spektakel. Wir haben noch Arbeit vor uns, und das ist eine gute Ausgangslage. Sie sind seit zwei Jahren das Team, das es zu schlagen gilt. Wir müssen genug arbeiten, das Spiel analysieren und versuchen, dieses Team zu werden.»

Fussball in seiner unterhaltsamsten Form

Der Berichterstatter vor Ort ordnet die Partie so ein: Er habe in der vergangenen Saison PSGs 5:4 Sieg gegen Bayern München begleitet. Das sei ein atemloses Spiel gewesen und eines der grössten, das er je erlebt habe.

Der Abend im Parc des Princes habe dieses Niveau vielleicht nicht ganz erreicht, bewege sich aber in einer sehr ähnlichen Kategorie. Zwei der besten Teams der Welt hätten voller Selbstvertrauen nur eine Absicht gehabt: den Gegner zu überbieten.

Niemand hätte es Barcelona verübelt, wenn die Katalanen in der französischen Hauptstadt hinten dichtgemacht hätten, um den wuchtigen PSG Angriff zu stoppen. Ihr Ansatz war das pure Gegenteil. Sie vertrauten darauf, dass ihre Offensive genauso brandgefährlich ist. Am Ende reichte es nicht, doch sie können erhobenen Hauptes gehen.

Für neutrale Zuschauer seien das die Spiele, von denen man träumt. Sie lösten Gefühle aus, die nur frei fliessender Fussball wecken könne. Wer sehen wolle, wie das Duell zweier Schwergewichte aussehen soll, finde hier die Antwort: Schlag auf Schlag, Hieb um Hieb.

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