Ballon d’Or 2025: Gewinnt Lamine Yamal, Harry Kane, Kylian Mbappé oder Lionel Messi die Auszeichnung?

Die Wahl zum Ballon d’Or wird am 26. Oktober in London bekanntgegeben. Die Buchmacher sehen den Spanier Lamine Yamal und den englischen Captain Harry Kane als klare Favoriten, und ihre Quoten liegen eng beieinander.

Yamal gewann mit dem FC Barcelona die spanische Meisterschaft und mit der spanischen Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft. Kane erzielte für den deutschen Meister Bayern München und für England insgesamt 73 Tore. Als weitere mögliche Kandidaten gelten der achtfache Preisträger Lionel Messi aus Argentinien, der für Inter Miami spielt, sowie Kylian Mbappe von Real Madrid.

Auch die Spieler von Paris Saint-Germain kommen infrage, der Verein hat zweimal hintereinander die Champions League gewonnen. Die BBC Sport hat mehrere ihrer Fussballexperten gefragt, wen sie als Sieger sehen.

Lamine Yamal

Der europäische Fussballexperte Guillem Balague kann sich kaum einen Ballon d’Or vorstellen, der nicht an einen PSG-Spieler oder einen Spanier geht. Mbappe sei deshalb aus dem Rennen. Balague verweist auf die vielen Pariser Kandidaten wie Fabian Ruiz, Khvicha Kvaratskhelia, Ousmane Dembele und Vitinha, wodurch sich die Stimmen aufteilen dürften. Unter den Spaniern verdiene nur einer die Auszeichnung: Yamal. Er habe sowohl individuelle Leistungen als auch Titel mit der Mannschaft geboten und besitze diese besondere Ausstrahlung. „Er wird ihn gewinnen“, sagt Balague.

Auch Rory Smith vom Radiosender BBC Radio 5 Live und Reporter des Magazins The Athletic erwartet, dass Yamal gewinnt. Die Auszeichnung gehe meist an den Spieler mit dem grössten Titel, und das sei in diesem Jahr die Weltmeisterschaft. Smith findet jedoch, Yamal sei nicht unbedingt Spaniens wichtigster Spieler gewesen. Seine Bekanntheit und sein Talent sorgten aber dafür, dass er die Wahl gewinne.

Khvicha Kvaratskhelia

Julien Laurens, ebenfalls europäischer Fussballexperte, hält Kvaratskhelia für den besten Spieler Europas in der vergangenen Saison. Besonders in der Champions League sei er herausragend gewesen und habe dem Team zum erneuten Titel verholfen. Er habe im Final den Penalty herausgeholt, in beiden Halbfinals getroffen, im Viertelfinal und im Achtelfinal ebenfalls. Laurens glaubt jedoch nicht, dass Kvaratskhelia gewinnt. Yamal sei mit seinem Spielstil und seiner Unterhaltsamkeit der wahrscheinlichere Sieger, obwohl er an der Weltmeisterschaft nicht besonders geglänzt und in der Champions League mit Barcelona früh ausgeschieden sei. Eigentlich verdiene aber Kvaratskhelia die Auszeichnung.

Der frühere Liverpool- und Blackburn-Verteidiger Stephen Warnock tippt ebenfalls auf Yamal, weil er mit Spanien Weltmeister wurde. Als weiteren Kandidaten nennt er Michael Olise. Persönlich würde er jedoch Kvaratskhelia wählen, den er als unglaublich bezeichnet. Dieser habe für Paris Saint-Germain eine grosse Wirkung gehabt und sei in der letzten Saison beeindruckend gewesen. Warnock glaubt aber nicht, dass er die Stimmen erhält, weil Georgien nicht an der Weltmeisterschaft teilgenommen hat.

Auch Smith würde Kvaratskhelia wählen. Er sei seit einiger Zeit der aufregendste Spieler im europäischen Vereinsfussball und ein wertvoller Bestandteil des PSG-Teams, das die Champions League verteidigt habe. Ausschlaggebend sei für ihn, dass man nicht darunter leiden sollte, aus einem Land zu stammen, das bei der Weltmeisterschaft nicht um den Titel mitspielt.

Harry Kane

Der frühere englische Stürmer Alan Shearer findet, der Ballon d’Or sollte an Kane gehen. Seine Zahlen in den letzten 12 bis 18 Monaten seien für Bayern und England sensationell gewesen. Auch der frühere englische Mittelfeldspieler Danny Murphy spricht sich für Kane aus. Dessen Torjagd sei unerbittlich und grossartig. Er habe eine seiner besten Saisons gespielt, und eine Auszeichnung wäre eine grosse Belohnung. Seit seinem Wechsel nach München habe er sich gut angepasst und sei in den letzten zwölf Monaten der beste Mittelstürmer der Welt gewesen.

Der frühere Tottenham- und Crystal-Palace-Stürmer Andros Townsend verweist auf die Statistiken. Kane habe in 65 Spielen 73 Tore erzielt, davon 36 in der Bundesliga. Er habe Bayern zum Double aus Meisterschaft und Pokal geführt, in der Champions League 14 Tore erzielt und dem Team den Halbfinal ermöglicht. An der Weltmeisterschaft habe er sechs Tore geschossen und England bis in den Halbfinal gebracht. Townsend sagt, Kane habe ein herausragendes Jahr gespielt.

Die frühere englische Stürmerin Ellen White entscheidet sich nach eigenen Worten aus dem Bauch heraus für Kane. Sie wisse, dass er die Weltmeisterschaft nicht gewonnen habe, doch seine Zahlen seien aussergewöhnlich. Yamal habe einige Verletzungen gehabt, werde den Ballon d’Or aber eines Tages sicher gewinnen. Auch Olise habe eine phänomenale Saison gespielt.

Der norwegische Fussballjournalist Lars Sivertsen wünscht sich ebenfalls, dass Kane gewinnt. Er sei ein echter Anführer bei Bayern, mache keinen Ärger und sei ein Vorbild. Sivertsen fragt sich allerdings, ob sein zurückhaltendes Wesen ihm schadet. Der Ballon d’Or sei ein Popularitätswettbewerb. Er mag es, dass Kane sich nicht in den Vordergrund drängt, findet aber, dass er es vielleicht tun sollte.

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